Andreas Werner beendete seine Karriere mit 334 Punkten in sieben Jahren bei den Farmers

Andreas Werner beendete seine Karriere mit 334 Punkten in sieben Jahren bei den Farmers (© 1.AFC Fighting Farmers Montabaur 1992 e.V.)

Ein beeindruckendes Comeback

Was für ein Jahr! 2003 war das erfolgreichste Jahr in der Vereinsgeschichte. Alles war irgendwie rekordverdächtig: Auf Anhieb Meister der Landesliga, fast alle Spiele gewonnen, beeindruckende Zuschauerzahlen (Durchschnitt 800 – im Finale knapp 1200), 70 Spielerpässe, ... Was als blosse Idee begann, wurde zu einem grandiosen Selbstläufer.

Schon im Vorfeld betonten die beiden Trainerneulinge Hans Juhnke und Jochen Strahl, dass die Farmers als Ziel den Aufstieg in die Oberliga hätten. Der Ansporn, nach einer langen Pause direkt wieder zur ersten Kraft der Region zu werden, war schon längst erreicht. Immerhin konnte man einen Durchschnitt von 30 Spielern im Training verbuchen und daraufhin die Mannschaft vernünftig aufbauen. Das Bild der Mannschaft war bunt. Spieler aus allen Richtungen – Neuwied, Koblenz, Köln, Rüsselsheim, Fulda, Flensburg, Wiesbaden, ... – kamen nach Montabaur. Dazu jede Menge lernwilliger und talentierter Rookies, denen Headcoach Hans Juhnke natürlich viel aus seiner Zeit in der Bundesliga und der NFLE zeigen konnte.

So wurde geübt, Theorie gepaukt und Videos analysiert. Die Vorbereitung verlief ganz nach Wunsch; denn gegen Bonn (die eine ähnliche Entwicklung wie die Farmers nahmen) konnte man überzeugen, Dudelange hatte in einem inoffiziellen Scrimmage–Spiel keine Chance.

So ging man gestärkt in die erste Partie.Kein Wunder, dass man sich dann auch richtig ins Hemd macht. Fumbles, Interceptions machte das "Resurrection Game" gegen Giessen zu einer Tortur für die Nerven. Doch letztlich hatte die starke Farmers Defense alles im Griff undman gewann 16–14.Auch in der Folgezeit hatte man sich die aufreibenden Spiele für zuhause aufbewahrt.

Der Krimi Teil 1 gegen Baunatal stand zur Halbzeit sicher 16–0 für Montabaur, eingangs des 4.Quarters 16–18 und zwei Minuten vor Schluss dann 22–18. Aufregende Minuten in der Verteidigung und am Ende eine Siegesfeier mit besonderem Touch.Auswärts liefs besser. Konnte man das Spiel in Baunatal als Auswärtsspiel betrachten? Hatte man doch einen eigenen Fanbus dorthin mitgenommen; sah man an der Seitenlinie mehr grün als auf dem Rasen. Ungefährdet gewann man dort 24–13. Z

uhause musste aber dann gegen den selbsternannten Titelfavoriten ran. K–town (Kaiserslautern) hatte schon vorher unglücklich gegen Baunatal verloren und mussten hier gewinnen. Vielleicht waren es auch die über 1000 Zuschauer, die die Cougars lähmten; denn nichts lief richtig zusammen – hüben wie drüben. Am Anfang der zweiten Hälte allerdings war es dann Andreas "Headbanger" Werner, der sein Punktekonto in Montabaur erhöhte. Als wäre das nicht genug, versetzte er am Ende des Spiels den Dolchstoss zur uneinholbaren Führung – während die Defense an dem Tag nicht vorhatte, Punkte zuzulassen.Spiel gewonnen, Ticket fürs Finale gelöst.

In Giessen dann konnte man die Tabellenführung so ausbauen, dass das letzte Spiel in Kaiserslautern zu einer Farce wurde. Zu keinem Zeitpunkt liess man Giessen eine Chance, nie war man gefährdet. 42–6 hiess es am Schluss. Das Finale fand in Montabaur statt. Doch was machten die Farmers in Kaiserslautern ? Ã?berheblich, uninteressiert und lauffaul verlor man 8–20. genau der richtige Dämpfer?

Finale.In Montabaur–Eschelbach platzte ein Dorf aus allen Nähten. 1200 Zuschauer wollten sich bei 35 Grad mit Sport unterhalten lassen. Es wurde die Show des Andreas Werner und des Oliver Frömmel.Zunächst machte Werner im ersten Drive direkt die Führung + Extrapunkte. Marco Schulz, QB Baunatal, zeigte seine ganze Klasse und markierte den Anschluss. Danach sprach man nur noch über die Verteidigungen. Anfang der zweiten Hälfte – Andreas Werner zum zweiten und kurz drauf zum dritten. Baunatal konnte zwar noch einmal rankommen, aber nie ernstlich. Die Farmers wurden zum erstenmal in ihrer Geschichte Meister; und das zuhause vor beeindruckender Kulisse. Die Feierlichkeiten endeten in den frühen Morgenstunden.



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