In Montabaur ist die Zukunft bereits Gegenwart. Die konsequent gute Jugendarbeit zahlt sich in den Erfolgen des Senior-Teams aus, die mit nur einer Niederlage den verdienten Aufstieg in die Regionalliga antreten. Das Junior-Team hingegen musste dem Aderlass an die Erwachsenen (14 Spieler) Tribut zahlen und konnte daher nicht an die vergangenen Erfolge anknüpfen. Die FlagJuniors, 2006 zum ersten Mal dabei, boten eine sehr gute erste Saison. Mit etwas mehr Erfahrung können die Spieler beider Jugendabteilungen noch viel Großes bewirken.
Seniors - So sehen Meister aus ...
Nach der deftigen Niederlage gegen Frankfurt (14-48) schien bereits am dritten Spieltag die Meisterschaft gelaufen. Zwar hatte man die Aufsteiger aus Heiligenstein und Trier dominiert, aber auch Frankfurt schien auf dem besten Weg, alle anderen Partien für sich zu entscheiden - stolperten dann aber über Trier. Zwar mussten die Farmers keine 35 Punkte mehr aufholen, aber dieses Unterfangen war in der Mainmetropole nicht mehr nötig. Sensationell, mit 72-6, entschied Montabaur die Meisterschaft bereits einen Spieltag vor Schluss.
Doch nicht nur die Ergebnisse geben Auskunft über ein Team, das diesen Namen wirklich verdient. Eine junge Mannschaft, rekrutiert in der Mehrzahl aus Eigengewächsen und ehemaligen Jugendspielern, hält mit eisernem Willen und leidenschaftlichem Zusammenhalt den Glauben an den Titel fest. Fast alle Spiele waren zur Halbzeit bereits entschieden und so gab es auch für die Spieler der zweiten Reihe genügend Spielpraxis.
Unglaublich staunten Gegner und Mitspieler allerdings über Brandon Wakefield. Seine eigene Entscheidung zu seinem Team zurückzukommen schweisste das Team noch stärker zusammen; sein Passspiel überflügelte die Liga. 27 TD-Pässe sprechen eine eigene Sprache. Überhaupt war Montabaurs Offense eine Klasse für sich - wie auch im Vorjahr.
Eine Riesenentwicklung machte aber auch die Verteidigung durch. Mit der Umstellung des Spielsystems und der Integration der neuen Spieler wuchs eine Verteidigung, die mit 32 Turnovers immer wieder die Vorlage für den eigenen Angriff gab. Und so wurde die Defense zum dritten Mal nach 2003 die Beste der Liga.
Juniors - ein Generationswechsel ist schwer
Im Jugendbereich ist der kontinuierliche Abgang von Spieler in Richtung Erwachsene immer schwer zu verkraften. Gerade beim American Football fallen körperliche Unterschiede zwischen 15- und 19jährigen besonders ins Gewicht. So muss sich die Mannschaft in jedem Jahr neu finden. Da das Niveau der Leistungsliga BaWü aber insgesamt recht hoch ist, musste der Meister der Gruppe 1 von 2005 am eigenen Leib erfahren.
Die Offense um QB Kevin Brüngel lieferte viele Punkte - die meisten nach dem Stuttgart Scorpions - und konnte das hohe Niveau der Liga mitgehen. Doch die Defense musste immer wieder Spieler aufgrund von Verletzungen ersetzen und kam das ganze Jahr über nicht richtig in Tritt. Doch anhand der gezeigten Fähigkeiten muss man diese Verteidigung im nächsten Jahr wieder mit auf der Rechnung haben.
Die Mannschaft um Headcoach Reiner Brüngel liess jedoch zu keinem Zeitpunkt den Kopf hängen und spielte engagiert, couragiert und machte manches Mal dem Senior-Team in punkto Trainingsbeteiligung einen vor. auch hier wächst ein Team ran, dessen Spieler die Zukunft dieses Vereins maßgeblich beeinflussen können.
FlagJuniors - Die neue Generation
Überraschend schnell formierte sich die Gruppe unserer Jüngsten um Headcoach Janine Weise. Als es dann Ende Februar hiess, es ginge in die erste Saison, musste schnell gehandelt und kurzfristig organisiert werden. In einem kleinen Verein mit geringen Mitteln wäre das ohne den Einsatz der Eltern nicht zu schaffen gewesen - Heimspiel, Busfahrt, Trikots, Training usw. Diesen sei an dieser Stelle noch einmal herzlichst gedankt.
Sportlich war es eine besondere Aufgabe, den Jungs die Grundzüge des Spiels und die Techniken beizubringen. So dauerte es auch ein paar Spiele, bis diese sich fanden und gemeinsam Erfolge feiern konnten. Gerade Siege, die in letzter Minute eingefahren werden, zeugen vom Charakter eines Sieger-Teams und von der Einstellung der einzelnen Akteure. Auch hier können wir stolz sein auf das, was hier heranwächst.