"Im ersten Abschnitt ging bei meiner Mannschaft gar nichts", ärgerte sich Farmers-Headcoach Reiner Brüngel. Gegen körperlich überlegene Gastgeber lief im Angriff nichts zusammen, und auch die Defense hatte keine Chance, die Scorpions zu stoppen. So kassierten die Farmers den bisher höchsten Pausenrückstand ihrer Vereinsgeschichte. Dazu bedurfte es auf Seiten der Schwaben nicht einmal einer überragenden Leistung eines Einzelspielers. Stuttgart setzte voll auf die Karte Laufspiel und war so vom Brüngel-Team nicht zu stoppen. "Ich glaube, die haben im ganzen Spiel nur drei oder vier Pässe geworfen. Aber das Laufspiel von Stuttgart war einfach überragend", musste Brüngel anerkennen.
Dennoch gab es in der Halbzeitpause eine kräftige Standpauke des Trainers, dessen Mannschaft sich im zweiten Abschnitt deutlich verbessert präsentierte. Die ersten Punkte für die Farmers sicherte Bastian Zerbach, der einen Touchdown-Pass von Quarterback Kevin Brüngel über 70 Yards in die Endzone trug - den Extrapunkt erkickte Brüngel. Der Quarterback zeichnete auch für die weiteren Farmers-Punkte verantwortlich, erlief einen weiteren Touchdown selbst und erhöhte das Punktekonto der Westerwälder damit auf 14. Da auch die Gastgeber in Hälfte zwei nur noch 14 Punkte erzielten, verlief wenigstens diese Halbzeit ausgeglichen. Lobenswert war auch der Einsatz von Simon Kaufmann, der gleich zwei Fumbles für sein Team sicherte. Ansonsten jedoch hatten die Stuttgarter, die erst in der vergangenen Saison aus der Bundesliga abgestiegen waren, die Partie jederzeit im Griff. Die Schwaben bleiben weiterhin Tabellenführer und stehen somit kurz vor der Rückkehr in das Oberhaus.
Stimmungsbericht Senioren
Die Montabaur Fighting Farmers haben im Rennen um die Meisterschaft in der American Football-Oberliga wieder alle Karten in der Hand. Nach dem eigenen Sieg in Heiligenstein und dem gleichzeitigen Ausrutscher der Frankfurt Pirates in Trier stehen die Westerwälder wieder an der Tabellenspitze. Mit einem Sieg in Frankfurt am 25. Juni könnten die Farmers den entscheidenden Schritt in Richtung Regionalliga-Aufstieg machen.
"Das wird ein heißes Spiel", sagt Farmers-Headcoach Hans Juhnke. "Wir wollen es in Frankfurt wissen, die Jungs sind hoch motiviert." Rückblende: Am dritten Spieltag hatten die Westerwälder das Heimspiel gegen Frankfurt überraschend deutlich mit 14:48 verloren. "Das war für uns ein echter Schock." Wenn Frankfurt sich keinen Ausrutscher geleistet hätte, dann hätten die Farmers in Frankfurt mit 35 Punkten Differenz gewinnen müssen, um wieder an den Pirates vorbei zu ziehen. Nun reicht schon ein einfacher Erfolg in der Mainmetropole. "Doch wir wollen mehr", sagt Juhnke selbstbewusst. "Wir wollen den Frankfurtern genau diese 35 Punkte wieder abnehmen, die sie uns beim Heimspiel in Montabaur geklaut haben." Die Konstanz, die die Westerwälder bisher an den Tag gelegt haben, spricht für das Juhnke-Team. Mit Ausnahme des Hinspiels gegen Frankfurt haben die Farmers alle Begegnungen gewonnen, dazu ein Punktverhältnis von 287:48 eingefahren. Im Schnitt machen die Westerwälder pro Spiel 41 Punkte und kassieren nur 6,8 Gegenpunkte - eine überragende Bilanz. Doch den Lohn müssen sich die Kreisstädter in Frankfurt hart erkämpfen. Vor allem darf die Nervosität diesmal keine Rolle spielen. "Wir werden uns ganz anders präsentieren als im Hinspiel. Die Mannschaft ist mittlerweile total gefestigt. Wir werden es den Pirates richtig zeigen", sagt Juhnke. Bei einem Sieg müssten die Farmers am 9. Juli auf dem Weg zum Aufstieg nur noch die Pflichtaufgabe Marburg meistern.