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Krimi im Westerwald – Farmers behalten die Oberhand

Wer beim ersten Heimspiel der Montabaur Fighting Farmers gegen die Franken Knights am vorvergangenen Wochenende ein wenig Spannung und Dramatik vermisst hatte, kam am Samstag beim zweiten Auftritt der Kreisstädter in diesem Jahr ganz auf seine Kosten: In einem nervenaufreibenden, packenden und höchst spektakulärem Spiel behielten die Farmers gegen die Darmstadt Diamonds die Oberhand und luchsten dem Absteiger aus der ersten Liga einen 17–15 Sieg ab.


(Foto Norbert Schneider)

"Montabaur, 17.50 Uhr. Noch sechs Sekunden verbleiben auf der Spieluhr. Spielstand: 17:09 für die Farmers. Die Diamonds stehen an der 9–Yard Linie. Noch ein letzter Versuch, um den Anschlusstouchdown zu erzielen. Diamonds QB Alexander erhält den Snap, wirft vollständig auf seinen an diesem Tage brillant aufspielenden WR Fauquembergue. Touchdown Diamons mit zwei verbleibenden Sekunden auf der Uhr. Die Diamonds schaffen den Anschluss, versuchen nun die 2–Point Conversion, um das Spiel zumindestens auszugleichen. Doch Probleme bei der Ballübergabe zwischen Center und Quarterback, die Uhr läuft aus: Farmers gewinnen!"

So oder so ähnlich hätte wohl Footballkommentator Andreas Renner die letzten Sekunden im Mons–Tabor Stadion am Samstag beim Spiel der Fighting Farmers gegen die Darmstadt Diamonds kommentiert. Vorausgegangen war diesen packenden Schlusssekunden ein mehr als unterhaltsames Zweitligaspiel, in dem sich ein stark verbesserter Farmers–Angriff den zahlreichen neugierigen und gespannten Zuschauern präsentierte.

Bereits im zweiten Drive zeigte der Farmers Angriff seine Stärke. Nach präzisen Zuspielen von QB Abihider auf WR Frings und RB Hube sowie eigenen raumgreifenden Läufen hatten sich die Farmers bis zur gegnerischen 10–Yard Linie vorgearbeitet. Punkte lagen greifbar in der Luft, als der ansonsten ballsichere WR Günter diesen nach Zuspiel von QB Frings, der für den kurzfristig angeschlagenen Abihider auf dieser Position aushelfen musste, verlor und die Diamonds sich ihrerseits den Ballbesitz sichern konnte. Die Farmers gingen zunächst leer aus.

Doch die Defense machte ihre Aufgabe, wie schon in der Vorwoche gegen die Knights, mehr als beachtlich und ließ bis zur Halbzeit lediglich ein Field–Goal von Diamonds Kicker Althoff zu. 0–3 aus Sicht der Farmers zur Halbzeit, dies ließ hoffen.

Die erste Angriffserie der Diamonds nach dem Pausentee endete in den Händen von Farmers CB Jakob Fischer, der einen Ball des Darmstädter QB Alexander abfangen konnte und den Westerwäldern den Ballbesitz sicherte. Und die Farmers ließen sich diesmal nicht stoppen. Auch nicht von einer Flagge, die einen 50–Yard Lauf von QB Abihider in die Endzone zunichte machte. Denn nur wenige Spielzüge später fand Abihider, unbeeindruckt von seinem aberkannten Touchdown, seinen TE Piechaczeck, der die Murmel zum 07–03 in die Endzone brachte (PAT Dreser).

Apropos Dreser. Dieser war, wie bereits in der Vorwoche gegen die Knights, bestens aufgelegt. Im nächsten Drive der Farmers verwandelte er ein Field–Goal aus 46–Yard Entfernung zur 10–03 Führung. Ganz zur Zufriedenheit der Fans und vor allem Special Teams Coach Götz Heilemann, der seine Jungs auch an diesem Wochenende wieder bestens präpariert und eingestellt hatte.

Denn das nächste Highlight in den Special Teams ließ nicht lange auf sich warten. Die Diamonds hatten nach kurzem Lauf von Reeg zunächst auf 10–09 verkürzt. Der anschließende Extrapunktversuch wurde allerdings von Dirk "Dino" Machalett geblockt. Der entscheidende Spielzug, wie sich am Ende herausstellen sollte, denn die Farmers behielten so die Oberhand im Zweikampf mit dem ehemaligen Erstligisten. 

Unbeeindruckt vom Anschlusstouchdown der Südhessen ging nunmehr der Farmers Angriff wieder ans Werk. Gewohnt präzise verteilte Abihider seine Pässe, die dankbare Abnehmer in WR Haase und Janzen fanden. Schlussendlich war es aber WR Günter, der der ansonsten gut aufgestellten Diamonds–Defense in der entscheidenden Situation einen Schritt  voraus war und zum 17–09 nach 21–Yard Pass von Abihider erhöhen konnte (PAT Dreser).

Und Apropos Abihider: Dieser zeigte seine Klasse, verteilte die Bälle umsichtig und präzise und setzte das Spielsystem der Farmers perfekt um.  Insgesamt 8 verschiedene Receiver bediente der smarte US–Boy aus Iowa an diesem Tage mit Zuspielen und konnte am Ende 211 Passing Yards und 36 Rushing Yards aufweisen.

Was folgte war der letzte Drive der Darmstadt Diamonds. Immer wieder verwandelten die Südhessen dabei vierte Versuche in wichtige First–Downs und hielten so ihre berechtigten Hoffnungen auf die Anschlusspunkte aufrecht. Doch wie eingangs beschrieben, reichte es am Ende für die Westerwälder zum ersten Sieg in der noch jungen Saison. Einen Sieg, mit dem man so sicher nicht gerechnet hatte im Farmers–Lager. Head–Coach Oliver Kuhn entließ seine Jungs daher zufrieden in den noch jungen Samstagabend nicht ohne allerdings auf das Spiel am kommenden Samstag gegen die Wiesbaden Phantoms zu verweisen. Denn: "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", eine Fußballphrase, die  allerdings auch für die Footballer der Fighting Farmers ihre Gültigkeit beansprucht. Zwei Trainingseinheiten verbleiben den "kämpfenden Bauern" nunmehr, um sich auf die Phantoms von Head–Coach Michael Treber vorzubereiten, die am kommenden Samstag, 02.05.2009 im Mons–Tabor Stadion in Montabaur  gastieren.   

 

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