VorurteileSind Vorurteile nicht die schönste Art, Bösartigkeiten auszutauschen? Lassen Sie uns doch einen Blick auf Vorurteile bezüglich FuÃ?ball und Football werfen, stellvertretend für Europa und die USA. Hetzen wir doch erst einmal gegen Football (Beispiel: Super Bowl) ;–)))Football ist eine geradezu ideale Sportart für Zuschauer mit nur eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit. Die Spielzüge sind kurz, man muss sich nicht selbst Gedanken darum machen, was nun passiert ist, wo der Ball liegen könnte, denn der Schiedsrichter erklärt alles. In den so entstehenden Pausen kann man sich in aller Gemütsruhe dem Getränk im 1,5 Liter Becher (Eimer??) widmen und schnell noch 5 Hotdogs und eine Familienpackung Chips beim freundlichen Verkäufer im Stadion ordern. Die Halbzeitpause wird weidlich genutzt, um ein Riesenspektakel abzuhalten (es soll Spiele gegeben haben, bei denen die Halbzeitshow der interessanteste Teil war): Im Blickpunkt stehen tolle Bands, Feuerwerk, spärlich bekleidete Cheerleader, entblöÃ?te Brüste... aha, SIE erinnern sich also auch noch an Janet Jackson und Nippel Gate! Na, wissen Sie denn auch noch, welche Mannschaften zufällig ebenfalls anwesend waren und wer die Trophäe in den heimischen Schrank stellen durfte? Ich bin ja gar nicht so: Die New England Patriots gewannen gegen die Carolina Panthers. Und, ganz wichtig, immer schön auf des Volkes Tränendrüse drücken. Vor jedem Spiel wird mit viel Pathos die Nationalhymne der USA von einem Superstar gesungen. Während dessen schwenkt die Kamera über die anwesenden Spieler. Und, was sehen wir da? Gestandene Footballer, Kerle so riesig, dass man auf ihrem Rücken eher ein Nummernschild denn eine simple Nummer vermuten möchte, verdrücken dabei ganz offen ein paar Tränchen. Ein solches Gebaren ist dem durchschnittlichen Mitteleuropäer zutiefst suspekt. AuÃ?erdem lässt in des europäischen Volkes Meinung dieses Spiel an taktischer Raffinesse einiges zu wünschen übrig. Kein Wunder, der durchschnittliche amerikanische Footballer gilt nicht unbedingt als Ausbund an Intelligenz. Da gibt es zum Beispiel die Geschichte über den blödesten Footballer aller Zeiten. Auf dessen Hosenbund hatte man Diese Seite oben geschrieben und in den Schuhen stand ein Kürzel: Z.z.r. (Zehen zuerst rein!). Oder die schöne Anekdote über den Starquarterback, der durch die Matheprüfung gefallen war und dessen Coach ihn deshalb nicht hätte spielen lassen dürfen. Der Coach sagt:Ich stelle Dir jetzt eine Aufgabe. Wenn Du sie löst, darfst Du spielen. Also, konzentriere Dich! Wieviel ist zwei plus zwei? Der Quarterback legt die Stirn in eindrucksvolle Falten, holt tief Luft: Ã?h.......vier? Sagtest Du vier???? fragt der Coach ganz aufgeregt und der Rest der Mannschaft brüllt: Hey, Coach, gib´ihm noch ´ne Chance! Was dem Durchschnittseuropäer auch nicht so behagt ist die Einstellung der US–Amerikaner, die ja schlieÃ?lich Abkömmlinge von Europäern sind! §1 In Amerika ist alles besser. §2 Sollte es mal nicht besser sein, tritt automatisch §1 in Kraft. Man übernimmt in den USA höchst ungern Sachen aus der Alten Welt. Man hat sich schlieÃ?lich erfolgreich gegen die Sache mit dem König gewehrt, da wird man den Rest wohl auch noch nach eigenem Gusto gestalten dürfen! Im 19. Jahrhundert wurde in England Rugby erfunden. Irgendwann hatte ein Spieler die Nase voll davon, den Ball ausschlieÃ?lich mit den FüÃ?en spielen zu dürfen, nahm den Ball in den Arm und rannte los. Andere machten das nach und Rugby war geboren. Dieses Spiel erfreute sich an den Universitäten im Nordosten der USA ebenfalls groÃ?er Beliebtheit. 1876 trafen sich Vertreter der Universitäten Harvard und Yale, um feste Regeln für diesen Sport aufzustellen. Und weil man gerade so schön dabei war, entschied man sich für den eiförmigen Ball und änderte noch schnell den Namen in Football. Und im Football (und Baseball) gibt es bis heute Yards metrisches (europäisches!) System hin oder her. Auch die Angaben über die Spieler liest man stets in Feet und Inches und Pound anstelle von Meter, Zentimeter und Kilo. Ã?berhaupt hat sich die Haltung gegenüber dem altweltlichen FuÃ?ball nicht geändert, auch nicht durch die FuÃ?ballweltmeisterschaft in den USA: Ach, FuÃ?ball (Soccer) ist der Sport, der weltweit von den meisten Leuten gespielt wird? Wie überaus UN–interessant. Können die sich keine Football–Ausrüstung leisten oder was ist los? FuÃ?ball gilt in den USA als Intellektuellen Sportart: zu viel mitdenken, zu wenig draufhauen. Allgemein hat das ganze zu wenig Action, zu wenig Möglichkeiten, Punkte zu erzielen. Auch amerikanische Mamas sind nicht begeistert, wenn der Nachwuchs FuÃ?ball spielen will. Sie sehen, dass es auch im FuÃ?ball zu ruppigeren Körperkontakten (Fouls) kommt und können sich nicht vorstellen, dass das ohne Ausrüstung bekömmlich ist. Zudem sind auch noch höchst verdächtige Sachen wie Kopfbälle und (Himmel hilf!!!!!!) Rückpässe erlaubt. Ein amerikanischer Sportkolumnist beschrieb FuÃ?ball mit den Worten ...dem Gras beim Wachsen zusehen.Ich gebe zu, dass ich Football toll finde, Rundballgetrete als nicht besonders spannend erachte...........und mich trotzdem kein bisschen amerikanisch fühle. Ehrlich: Der interessanteste Augenblick der diesjährigen FuÃ?ball EM war, als unser Sohn versehentlich Saftglas und Chipstüte vom Tisch fegte und es im gleichen Moment an der Tür klingelte. |
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